Ihm ist es als ersten baltischen Filmschaffenden gelungen, fernab seiner Heimat Aufmerksamkeit zu erregen. Mit seinem Filmdebut „Loss“ sorgt Maris Martinsons für internationales Aufsehen auf Festivals und stellt Vilnius, die Kulturhauptstadt 2009, in den Fokus der Filmwelt. Auch in Österreich ist der Kreative aus Litauen kein Unbekannter mehr.
Auf den ersten Blick ist Maris Martinsons mit seinen breiten Schultern und der Glatze ein Mann, von dem man annimmt, er könne mit einem einzigen Schlag Tische zum Bersten bringen. Seine Arbeit zeigt allerdings ein anderes Bild des 49-Jährigen, nämlich das eines detailverliebten, sensiblen Perfektionisten.
Sein Film-Debut „Loss“ ist weltweit erfolgreich: „Die Handlung von ist zwar sehr litauisch“, so der Regisseur, „dennoch wird „Loss“ auf der ganzen Welt verstanden. Es geht um tiefe Emotionen und den schlichten Wunsch, der jeden von uns antreibt: Unseren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen.“ Hinter dem gebürtigen Letten, der vor über 15 Jahren nach Litauen ausgewandert ist, liegt kein einfacher Werdegang: „Wenn man aus einem Land wie Lettland kommt, das so klein ist und das niemand kennt, ist es natürlich sehr, sehr schwierig sich international einen Namen zu machen. Es gibt kaum staatliche Filmförderung und darum bin ich doppelt so stolz auf meinen Erfolg.“ Bei den wichtigsten Filmpreisverleihungen Asiens erhielt Martinsons im Vorjahr zwei Auszeichnungen. Für sein nächstes Projekt, das momentan in Hong Kong realisiert wird, hat der Lette noch ambitioniertere Pläne: „Mit dem hole ich den Auslandsoscar im nächsten Jahr“, verrät er zwinkernd. Gelänge es ihm tatsächlich für die Academy Awards nominiert zu werden, käme das einer Sensation gleich: Immerhin produziert, finanziert, dreht und schneidet Martinsons auch sein neues Projekt nahezu im Alleingang. Nicht umsonst bezeichnet sich das Allround-Talent schmunzelnd als filmische „One-Man-Band“.
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