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	<title>Verena Randolf - Freelance Journalistin</title>
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		<title>„Ich bin keine blöde Kuh!“</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 15:59:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[9. Erni Mangold]]></category>
		<category><![CDATA[Veröffentlicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl es sie eigentlich gar nicht geben durfte, ist sie just an dem Tag, als ihre Mutter am Kirtag zum Tanz verabredet war, zur Welt gekommen. Sieben Abtreibungen hatte die Mutter zum Zeitpunkt ihrer Geburt hinter sich, Erni Mangold hätte die achte werden sollen. Auf dem Wirtshaustisch in einem Nebenzimmer des heutigen Gasthauses Maurer in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=436&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p>Obwohl es sie eigentlich gar nicht geben durfte, ist sie just an dem Tag, als ihre Mutter am Kirtag zum Tanz verabredet war, zur Welt gekommen. Sieben Abtreibungen hatte die Mutter zum Zeitpunkt ihrer Geburt hinter sich, Erni Mangold hätte die achte werden sollen. <span id="more-436"></span></p>
<p>Auf dem Wirtshaustisch in einem Nebenzimmer des heutigen Gasthauses Maurer in Großweikersdorf erblickte sie ganz ungeniert das Licht der Welt. Ungeniert ist sie bis heute, ein Gasthauskind ebenfalls. Bei ihrem Stammwirten in St. Leonhard am Hornerwald ist die Schauspielerin oft und gerne. Sie sitzt an der Budl und trinkt ein Bier oder Zweigelt: „Ich bin halt noch immer ein Gasthauskind und ganz normal.“ Wenn jemand frech wird, mault sie zurück. Das war schon immer so. Ihrem Ruf als „Sexerl mit der großen Goschen“ wird sie gerecht, auch noch mit 85. Starallüren kennt sie nicht. Und das obwohl die Schauspielerin in unzähligen Theaterstücken, über 60 Filmen und 20 TV-Produktionen spielte. Seite an Seite mit Helmut Qualtinger, O. W. Fischer, Curd Jürgens, Paula Wessely und vielen anderen. Trotzdem: „Geh! Ich bin kein Star…und keine blöde Kuh! Ich red ganz normal mit den Leuten!“<br />
Den St. Leonhardern jedenfalls ist Mangold ans Herz gewachsen: „Zu meinem 80. Geburtstag haben sie einen Weg nach mir benannt. Das ist wirklich eine der schönsten Auszeichnungen für mich!“ Dass Mangold sich gerade im Hornerwald niedergelassen hat, bezeichnet sie als großen Zufall.<br />
1975 haben sie Studenten zu einem alten, freistehenden Bauernhaus geschleppt, zuerst war sie skeptisch: „Ich kannte „dieses Waldviertel“ ja aus meiner Kindheit und war nicht sonderlich begeistert“, erzählt sie, „als ich das alte Haus jedoch sah, wusste ich sofort: Das ist meins! Wahrscheinlich ist das so, weil da früher mal ein Meer war und ich hab eine ganz besondere Beziehung zu Wasser. Jedenfalls“, fährt sie fort, „ hab ich mich dort gleich wohl gefühlt. Ich war plötzlich sehr zufrieden.“<br />
In ihrer kürzlich erschienenen Biografie schreibt Mangold: „Der Himmel über dem Hornerwald ist einer der schönsten auf der ganzen Welt. Ich finde alles hier entspannend. Die Leute sind offen, natürlich, zugänglich und haben einen harten Schädel – so wie ich.“ Mangolds harter Schädel sorgt dafür, dass sie sogar an ihrem bevorstehenden 85. Geburtstag am 26. Jänner arbeitet. Schonen will sie sich nicht. „Ich bin ein Workaholic“, sagt sie, „momentan spiele ich in drei Stücken. Das ist ein bissl viel, aber in meinem Beruf steht man eben unter Leistungsdruck.“ Ihren Geburtstag verbringt die Schauspielerin auf der Bühne. Als viel gelobter Geist Lumpazivagabundus im Theater in der Josefstadt. Gefeiert wird auf der Bühne mit Kollegen und Publikum. Aber wünschen tut sie sich nix.</p>
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		<title>Schelmischer Höllenritt mit Tiefgang</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 15:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Art Critics Award 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[Sarah Lucas´ überdimensionierter Wichs-Griffel winkt stoisch seinen Willkommens-Gruß. Oder zum Abschied. Er steht quasi am Beginn einer Reise ins Fantastische, Unreale, Beängstigende, Komische und Provokante. Bye bye Realität, willkommen im Gruselkabinett von Lucas, Bosch und Gelatin. Man möchte meinen: Gereist wird per Schiff. Wenn man will als Pferd. Die Eingangsrampe der Kunsthalle Krems führt einen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=459&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p>Sarah Lucas´ überdimensionierter Wichs-Griffel winkt stoisch seinen Willkommens-Gruß. Oder zum Abschied. Er steht quasi am Beginn einer Reise ins Fantastische, Unreale, Beängstigende, Komische und Provokante. Bye bye Realität, willkommen im Gruselkabinett von Lucas, Bosch und Gelatin.</p>
<p>Man möchte meinen: Gereist wird per Schiff. Wenn man will als Pferd.<span id="more-459"></span></p>
<p>Die Eingangsrampe der Kunsthalle Krems führt einen direkt in den Bauch des riesigen Seglers, dessen Herzstück ein enormer Holzmast ist. Zusammengestückelt, improvisiert und dennoch robust liegt er mitten im Weg. Nur ein umständliches drunter oder drüber führt daran vorbei. Links und rechts spritzt die Gischt gen Himmel&#8230;oder sind es blaue Wölkchen, die sich am Horizont abzeichnen? Platz für Interpretation findet sich hier reichlich.</p>
<p>Wochen vor der Ausstellungseröffnung sind Gelatin, die österreichische Künstlergruppe bestehend aus Wolfgang Gantner, Ali Janka, Florian Reither und Tobias Urban, in der Kunsthalle Krems eingefallen. Gemeinsam mit der britischen Künstlerin Sarah Lucas nehmen sie in der Ausstellung &#8222;Lucas Bosch Gelatin&#8220; vor Ort die Realität auseinander und setzen sie, um eine Dimension erweitert, irgendwie wieder zusammen. Endlich mehr Platz für Exzess, Emotion und Rebellion, für zerstückelte Körperfragmente, sexuell aufgeladene Horrorszenarien und ein bisschen Restmüllverwertung.</p>
<p>Während man seinen Kopf in eine Blase aus geschmolzenen Altpapiertonnen steckt, kann man sich überlegen, wo die Parallelen zu Hieronymus Bosch verlaufen.</p>
<p>Hans-Peter Wipplinger, Direktor der Kunsthalle Krems, erklärt das Offensichtliche:</p>
<p>&#8222;Was Lucas, Bosch und Gelatin trotz der 500 Jahre Zeitunterschied verbindet, ist neben dem grotesk-komischen Ansatz, das Aufspüren gesellschaftlicher Heucheleien, deren Phänomen sie rotzfrech, schelmisch und dabei geistreich in einprägsame Bilder übersetzen.&#8220; Wer nun eine konkrete Gegenüberstellung „Bosch versus Lucas und Gelatin“ erwartet, wird in dieser Schau enttäuscht. So einfach haben es sich Künstler und Ausstellungskonzeptionisten nicht gemacht. Eine große Gemeinsamkeit ist jedoch augenscheinlich: Fantastische Sündenpfuhle finden sich über die Jahrhunderte hinweg. Augenzwinkernd stoßen die Arbeiten von Bosch den Betrachter in eine bunte Welt aus ekstatischem Geschlechtsverkehr, gewalttätigen Orgien und nackter Vergnügungssucht. Zu kompliziert und tiefgehend für eine klare Deutung. Ebenso augenzwinkernd agieren Gelatin und Lucas. Der Ausstellungsrundgang ist geprägt von einem großen Fragezeichen.</p>
<p>„Wichtig war uns bei dieser eigenwilligen Konstellation die Tatsache, dass die Sinnstrukturen der nebeneinander gezeigten Kunstwerke sowohl sinnstiftend wie auch sinnverweigernd aufgefasst werden sollten. Denn gerade in dieser Sinn-Gegensinn Strategie, scheint uns eine Annäherung an Welterfahrung, Bewusstseinsschaffung bzw. Erkenntnis durch ästhetische Formulierungen über die Epochen hinweg am ehesten gegeben,“ so Wipplinger.</p>
<p>Man steht und staunt und überlegt. Und obendrein muss man aufpassen, dass das Pferdchen in einem mit einem nicht durchgeht. Wobei: eigentlich nicht. Lasst sie los, die Pferde! Galoppierende Besucher in Pferdekostümen runden das Ausstellungsbild ab und dem „Wanking Arm“ wird’s wurscht sein. Der winkt stoisch zum Abschied.</p>
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		<title>„ Nicht Sängerin! Lern ´was gscheides!“</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 15:39:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veröffentlicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Terminplan von Natalia Ushakova ist voll. Vier Wochen Griechenland, dann die Vereinigten Staaten, eventuell Japan und zwischendurch ein Kurzaufenthalt in Österreich. Für ein Konzert im Schloss Hof. Viel Zeit für Privates bleibt der gefeierten Opernsängerin derzeit nicht. Zu stören scheint sie das allerdings keineswegs. „Die Musik ist mein Leben, meine Leidenschaft. Sie ist für [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=444&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p>Der Terminplan von Natalia Ushakova ist voll. Vier Wochen Griechenland, dann die Vereinigten Staaten, eventuell Japan und zwischendurch ein Kurzaufenthalt in Österreich. Für ein Konzert im Schloss Hof. Viel Zeit für Privates bleibt der gefeierten Opernsängerin derzeit nicht. Zu stören scheint sie das allerdings keineswegs. <span id="more-444"></span></p>
<p>„Die Musik ist mein Leben, meine Leidenschaft. Sie ist für mich wie Drogen für einen Süchtigen“ und das Funkeln in ihren Augen bestätigt das. Ebenso wie ein Blick in den Lebenslauf. Eigentlich ist die gebürtige Usbekin studierte Radiotechnikerin. „Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen und meine Oma hat gesagt: Nicht Sängerin! Lern ´was gscheides. Sängerin ist kein ordentlicher Beruf!“ Ihr Technik-Studium in Tashkent hat sie daraufhin mit Auszeichnungen abgeschlossen. Danach ging sie nach St. Petersburg, um im berühmten Mariinsky-Theater zu putzen. Gemeinsam mit Anna Netrebko, mit der sie sich ein Zimmer teilte. In St. Petersburg wurde die 21-Jährige entdeckt, der Putzjob war der Grundstein für eine imposante Karriere, die sie mittlerweile in der ganzen Welt herumreisen lässt und die sie auch privat ihr Glück finden ließ. Ihren Mann Reiner hat sie in Graz bei Proben zu „Krönung der Poppea“ kennen gelernt. Da war der Grundstein schon gelegt und die härtesten Starschwierigkeiten überwunden: „Die erste Zeit in Österreich war sehr hart für mich. Ich konnte kein Wort deutsch und habe in einem Loch ohne Warmwasser gewohnt. Ich bin jeden Tag um fünf aufgestanden, um mit Putzen ein bisschen Geld zu verdienen, zu Mittag bin ich dann ins Grazer Opernstudio zu den Proben gefahren, wo ich wie ein Affe die Texte immer wieder wiederholt habe, ohne etwas zu verstehen.“ Mittlerweile spricht Ushakova fließend deutsch, seit 2001 ist sie österreichische Staatsbürgerin. Mit charmantem russischen Akzent erzählt sie ganz locker und ungezwungen und sehr charmant von ihren zukünftigen Engagements, auch von ihrem Auftritt im Schloss Hof, wo sie am 28. Juli im Rahmen der Open-Air Gala „Klänge der Heimat“ zu sehen sein wird. „Schloss Hof ist ein ganz besonderer Ort für mich, ein österreichisches Kleinod. Das Konzertprogramm ist ein dazu passendes Juwel aus Musikstücken. Wir haben versucht Melodien, die jeder kennt, in einem Konzert zusammenzufassen.“ Mit den Klängen von Donauwalzer, Tik Tak Polka und dem Schwanensee Walzer vor der bezaubernden Kulisse des Schloss Hof steht den Besuchern wohl ein Klassik-Abend der besonderen Art bevor. Der Titel „Klänge der Heimat“ lässt das vielfältige Repertoire, das zu Besten gegeben wird, erahnen und bezieht sich auf die Heimat Ushakovas: Russland, die Heimat der Dirigentin Bettina Schmitt: Italien sowie deren beider Wahlheimat Österreich. Anreisen können Besucher u.a. per Schiff mit dem Twin City Liner und als besonderen Abschluss des Abends erwartet die Gäste eine kleine Überraschung, wie Ushakova augenzwinkernd verrät. Man darf gespannt sein!</p>
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		<title>Ein Rezept gegen Bitterfotzigkeit, bitte!</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 17:26:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[5. Maria Sveland]]></category>
		<category><![CDATA[Veröffentlicht]]></category>

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		<description><![CDATA[In ihrem Buch „Bitterfotze“ rechnet die schwedische Bestseller-Autorin Maria Sveland mit der „schein-emanzipierten“ Gesellschaft ab: Sie lässt ihre Romanheldin Sara desillusioniert und frustriert  über ihr Dasein als junge Mutter, Hausfrau und Ehegattin nachdenken und scheut sich nicht zu provozieren. Seit kurzem gibt es den kontroversiellen Roman auch auf deutsch. „Es gibt keine Gleichberechtigung zwischen Mann [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=426&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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</p>
<p></em></strong></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>In ihrem Buch „Bitterfotze“ rechnet die schwedische Bestseller-Autorin Maria Sveland mit der „schein-emanzipierten“ Gesellschaft ab: Sie lässt ihre Romanheldin Sara desillusioniert und frustriert  über ihr Dasein als junge Mutter, Hausfrau und Ehegattin nachdenken und scheut sich nicht zu provozieren. Seit kurzem gibt es den kontroversiellen Roman auch auf deutsch.<span id="more-426"></span></em></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>„Es gibt keine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Vor allem im privaten Bereich nicht. Viele gaukeln sich selbst vor in emanzipierten Partnerschaften zu leben, nur weil ihr Partner ein Mal pro Woche den Staubsauger zur Hand nimmt.“<strong> </strong></p>
<p>Maria Sveland kommt ohne Umschweife zur Sache: „Genau diese „Schein-Emanzipation“ ist der Grund allen Übels und lässt Frauen „bitterfotzig“ werden.“</p>
<p>„Bitterfotzig“ &#8211; abgeleitetes Adjektiv von „Bitterfotzigkeit“, Eigenschaft von „Bitterfotzen“. Die Wortkreation der schwedischen Autorin Maria Sveland lässt viele Leser die Nase rümpfen. Dennoch hat die 35-Jährige auf den provokanten Titel ihres Erstlingswerkes bestanden: „Dieses Wort bezeichnet exakt die Empfindungen, die viele Frauen haben, wenn sie kurz nach der Hochzeit ihr erstes Kind zur Welt bringen: Wie meine Protagonistin Sara fühlen sie sich schuldig und schämen sich, weil sie in ihrer Mutterrolle nicht die vollkommene Erfüllung finden. Sie erkennen, dass sie in Organisation von Haushalt und Erziehung viel mehr Verantwortung tragen als ihr Partner; das frustriert sie, macht sie zornig. Ich kenne das selbst: Ich war oft richtig angekotzt.“</p>
<p>Obwohl „Bitterfittan“, wie Svelands Werk im Original heißt, eine fiktionale Novelle ist, hat die Schwedin viele eigene Erfahrungen eingebaut: „Mein Mann war der erste, der das fertige Buch zu lesen bekam. Ich war damals sehr nervös und dann unglaublich erleichtert, als ich ihn herzhaft lachen hörte. Er erkannte uns beide in meinen Romanfiguren.“ Und auch die Leser können sich mit dem Protagonistenehepaar identifizieren: „Ich bekomme viele E-Mails von Leuten, die schreiben, dass meine Geschichte ebenso ihre eigene sein könnte. Das macht wahrscheinlich den Erfolg meines Buches aus.“</p>
<p>Über 150.000 Leser haben in Schweden dafür gesorgt, dass der Roman der zweifachen Mutter wochenlang auf Platz 1 der Bestsellerlisten rangierte.</p>
<p>Die Geschichte: Sara setzt sich nach Teneriffa ab, um ihr bisheriges Leben zu resümieren. Sie ist mit einem erfolgreichen Mann verheiratet, hat ein Kind und lebt in einer Kleinfamilien-Idylle, die immer mehr zum Albtraum wird.</p>
<p>Dass das Buch auch am deutschsprachigen Markt Erfolg haben wird, bezweifelt Sveland nicht: „In Österreich gibt es, im Vergleich zu Schweden, weniger Kinderbetreuungseinrichtungen. Das heißt, Mütter stehen vor noch viel größeren organisatorischen Herausforderungen. Meiner Meinung nach können Frauen in einem System, das so viel von ihnen abverlangt, nicht glücklich werden.“</p>
<p>Müssen sich Frauen also mit ihrer Rolle als „Bitterfotzen“ abfinden, oder gibt es ein Rezept dagegen? „Erst einmal: „Bitterfotzigkeit“ ist ja kein durchwegs negativer Zustand. Damit Veränderungen stattfinden können, braucht es so starke Emotionen. Vielleicht ist mein Buch eine Art Rezept dagegen, weil in der Geschichte offen ausgesprochen wird, was viele heimlich empfinden, aus Scham aber nie zugeben würden: Dass sie überfordert, ausgelaugt und unzufrieden sind.“ <strong> </strong></p>
<p>Frau Sveland, wären Sie nicht Autorin dieses Romans: Wie hätten Sie reagiert, wenn Ihnen jemand „Bitterfotze“ zum Muttertag geschenkt hätte?“ „Ich wäre wohl etwas perplex gewesen, hätte zu lesen begonnen und der Inhalt hätte mich überrascht. Das Buch eignet sich aber durchaus auch als Vatertagsgeschenk, sofern man sich nicht vor Diskussionen scheut.“<strong> </strong></p>
<p>Maria Sveland wurde 1974 in Schweden geboren. Sie absolvierte ein Studium an der Universität Stockholm und arbeitet seitdem als Journalistin. Sveland ist, trotz Krisen, seit 14 Jahren glücklich verheiratet und hat zwei Söhne.</p>
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		<title>Klappe und Action: Filmische „One-Man-Band“ aus Litauen</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 17:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[8. Maris Martinsons]]></category>
		<category><![CDATA[Veröffentlicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihm ist es als ersten baltischen Filmschaffenden gelungen, fernab seiner Heimat Aufmerksamkeit zu erregen. Mit seinem Filmdebut „Loss“ sorgt Maris Martinsons für internationales Aufsehen auf Festivals und stellt Vilnius, die Kulturhauptstadt 2009, in den Fokus der Filmwelt. Auch in Österreich ist der Kreative aus Litauen kein Unbekannter mehr. Auf den ersten Blick ist Maris Martinsons [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=420&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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</p>
<p></strong></p>
<p><strong>Ihm ist es als ersten baltischen Filmschaffenden gelungen, fernab seiner Heimat Aufmerksamkeit zu erregen. Mit seinem Filmdebut „Loss“ sorgt Maris Martinsons für internationales Aufsehen auf Festivals und stellt Vilnius, die Kulturhauptstadt 2009, in den Fokus der Filmwelt. Auch in Österreich ist der Kreative aus Litauen kein Unbekannter mehr. <span id="more-420"></span></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Auf den ersten Blick ist Maris Martinsons mit seinen breiten Schultern und der Glatze ein Mann, von dem man annimmt, er könne mit einem einzigen Schlag Tische zum Bersten bringen. Seine Arbeit zeigt allerdings ein anderes Bild des 49-Jährigen, nämlich das eines detailverliebten, sensiblen Perfektionisten.</p>
<p>Sein Film-Debut „Loss“ ist weltweit erfolgreich: „Die Handlung von ist zwar sehr litauisch“, so der Regisseur, „dennoch wird „Loss“ auf der ganzen Welt verstanden. Es geht um tiefe Emotionen und den schlichten Wunsch, der jeden von uns antreibt: Unseren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen.“ Hinter dem gebürtigen Letten, der vor über 15 Jahren nach Litauen ausgewandert ist, liegt kein einfacher Werdegang: „Wenn man aus einem Land wie Lettland kommt, das so klein ist und das niemand kennt, ist es natürlich sehr, sehr schwierig sich international einen Namen zu machen. Es gibt kaum staatliche Filmförderung und darum bin ich doppelt so stolz  auf meinen Erfolg.“ Bei den wichtigsten Filmpreisverleihungen Asiens erhielt Martinsons im Vorjahr zwei Auszeichnungen. Für sein nächstes Projekt, das momentan in Hong Kong realisiert wird, hat der Lette noch ambitioniertere Pläne: „Mit dem hole ich den Auslandsoscar im nächsten Jahr“, verrät er zwinkernd. Gelänge es ihm tatsächlich für die Academy Awards nominiert zu werden, käme das einer Sensation gleich: Immerhin produziert, finanziert, dreht und schneidet Martinsons auch sein neues Projekt nahezu im Alleingang. Nicht umsonst bezeichnet sich das Allround-Talent schmunzelnd als filmische „One-Man-Band“.</p>
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		<title>&#8222;Ich will mit allem Respekt respektlos sein&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 20:28:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[7. Mara Mattuschka]]></category>
		<category><![CDATA[Veröffentlicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die bulgarische Allround-Künstlerin Mara Mattuschka wird auf der diesjährigen Diagonale besonders geehrt: Ihr filmisches Schaffen steht im Mittelpunkt des Festivals. Hier verrät die selbsternannte „Erfinderin der Harmlosigkeit&#8220; warum sie in Wien &#8211; einer „Insel der Seeligen&#8220; &#8211; körperlich attackiert wurde, was sie von Auszeichnungen hält und wieso sie typisch wienerisch  ist. Wieso der knallrote Nagellack [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=175&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> </em></p>
<p style="text-align:justify;"><strong><em>
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<p></em></strong></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
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<p><strong>Die bulgarische Allround-Künstlerin Mara Mattuschka wird auf der diesjährigen Diagonale besonders geehrt: Ihr filmisches Schaffen steht im Mittelpunkt des Festivals. Hier verrät die selbsternannte „Erfinderin der Harmlosigkeit&#8220; warum sie in Wien &#8211; einer „Insel der Seeligen&#8220; &#8211; körperlich attackiert wurde, was sie von Auszeichnungen hält und wieso sie typisch wienerisch  ist.<em><span id="more-175"></span></em></strong></p>
<p style="text-align:justify;">Wieso der knallrote Nagellack an ihren kurzen Fingernägeln abgesplittert ist, erklärt sich bereits nach wenigen Minuten: Immer wieder kletzelt die Künstlerin daran herum, so dass sich kleine rote Lackpartikel über die weiße Tischdecke verteilen. Nicht aus Nervosität, wie sie erklärt, sondern weil sie immer etwas tun muss: „Ich bin fast ein Workaholic und muss immer in Bewegung sein. Deswegen ist mir auch nie langweilig.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Ihren Drang nach Aktivität lebt Mara Mattuschka in der Kunst aus: Sie ist Malerin, Sängerin, Performance-Künstlerin und Filmemacherin. Und nicht bescheiden stellt sie fest: „Aber ich könnte genauso  gut Schauspielerin und Schriftstellerin sein. Das Talent dazu hätte ich, aber mir fehlt die Zeit alle meine Begabungen auszuleben, deswegen nutze ich nur einen Teil davon.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Und dieser Teil wird hauptsächlich eingesetzt, um ein Ziel zu erreichen: „Ich will versuchen die Welt aus der Sicht von Anderen zu verstehen. Ich will diese Begrenzung, die man als Individuum hat, aufbrechen und versuchen die Beweggründe Dritter zu erfassen. Dieser Aspekt ist mir am wichtigsten.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Ihren Redefluss unterbrechend zündet sie sich eine Zigarette an, macht einen kurzen, hastigen Zug und sagt: „Ich mache mir aber nicht die Illusion, eine großartige Botschaft an die Welt zu haben, die unbedingt erhört werden muss.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Mit ihren oft provokativen Arbeiten löst die gebürtige Bulgarin dennoch die unterschiedlichsten Reaktionen beim Publikum aus. „Ich bin in Wien sogar körperlich attackiert worden&#8220;, erzählt sie. „Das ist schon öfter vorgekommen. Man hat mich Faschistin genannt und gefragt, wie jemand wie ich Kinder in die Welt setzen kann. Wenn man jung ist und solchen Angriffen ausgesetzt wird, ist man natürlich überrascht. Man lernt aber damit umzugehen und Gott sei Dank gibt es auch viel positives Feedback.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Dass Provokation und das Brechen von Tabus zu extremen Reaktionen führt, ist Mattuschka bewusst. Missverstanden fühlt sich die selbsternannte „Erfinderin der Harmlosigkeit&#8220; manchmal trotzdem.</p>
<p style="text-align:justify;">Während sie erzählt, beobachtet sie ihre Umgebung ununterbrochen mit neugierigen Augen. Immer wieder fallen ihr neue Aspekte und Erläuterungen zu ihrer Arbeit ein. Es scheint, als wolle sie auch sich selbst erklären, wie ihr Arbeitsprozess von statten geht: „Was ich erlebe, während ich arbeite, ist das, was das Publikum danach in kleiner Dosis spürt. Während des Arbeitens versuche ich mich in gewisser Weise selbst herauszufordern. Nur wenn man mit einem total intensiven Gefühl ans Werk geht, kann ein Teilchen in Materie umgesetzt werden, so dass es andere auch so empfangen, wie ich es erlebt habe. Das ist irgendwie ein Transfer von Gefühl.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Die fast 50-Jährige beugt sich vor, stellt intensiven Blickkontakt her und fährt fort: „Verstehen Sie, was ich meine? Mich reizt genau das Peinliche, leicht Unangenehme, vielleicht sogar Unsympathische, weil ich es nicht verstehe. Das wirkt sich natürlich auf meine Werke aus. Was ich versuche, ist mit allem Respekt respektlos zu sein.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Eine klassische Preisträgerin ist Mattuschka aufgrund ihrer experimentellen und außergewöhnlichen Kunst nicht. Obwohl sie wichtige Auszeichnungen erhalten hat, ist ihre Einstellung Ehrungen gegenüber zwiegespalten: „Preise übermitteln einem oft das Gefühl, man könne bald in Pension gehen, so auf die Art: »Es reicht schon. Auf Wiedersehen!« Andererseits freue ich mich natürlich darüber. Es ist ja so: Wenn man etwas macht, woran man glaubt, will man auch, dass diese Dinge gesehen werden. So wie man seinen Kindern ein schönes, erfülltes Leben wünscht, so wünscht man sich das auch für seine Filme.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Als die Allround-Künstlerin von der Ehrung erfuhr, die ihr auf der diesjährigen Diagonale zu Teil wird, hat sie sich gefreut. Der direkte Kontakt zwischen Publikum und Regisseur ist traditionell ein wichtiger Aspekt des österreichischen Filmfestivals und gerade der gefällt ihr: „Das liebe ich, darauf freue ich mich wirklich. Viele Kollegen beklagen sich, dass die Fragen des Publikums dumm seien, das finde ich überhaupt nicht. Es kommen immer unerwartete Sachen dabei heraus. Bei jeder Diskussion ist mir bisher aufgrund der Fragen etwas Neues eingefallen. Manchmal hilft es sehr über die eigene Arbeit zu sprechen, weil einem plötzlich Lösungen einfallen, über die man vorher lange nachgedacht hat. Ich brauche diesen Dialog.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Das Publikum in Österreich eignet sich nicht besser oder schlechter für diese Form von Diskurs als anderswo, so die Künstlerin, die vor über 30 Jahren ihre Heimat verlassen hat, um sich in Wien als Malerin zu versuchen. Ihren Entschluss, als junges Mädchen nach Österreich auszuwandern, hat die gebürtige Bulgarin nie bereut: „In Wien kann man lange Zeit unbemerkt bleiben. Ich vergleiche die Stadt immer mit einer Insel der Seeligen oder einer Art Kloster, wo man lange vor sich hinwurschtln kann, was sehr gut ist, weil man in Ruhe gelassen wird. In den USA und in Deutschland werden Künstler eher auf ein Podest gestellt, da wird man dann nicht mehr in Frieden gelassen.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Im Kommunismus aufgewachsen &#8211; „da war kein Platz für Träumerei&#8220; &#8211; verbringt Mattuschka Stunden in Wiener Kaffeehäusern, um zu sinnieren und zu philosophieren. „Ich bin so typisch wienerisch, wie die Kaffeehaustradition&#8220;, erklärt sie lachend in einer Mischung aus bulgarischem Akzent und breitem Wiener Dialekt. „Typischer kann man nicht sein.&#8220; Ihr Wermutstropfen: „Richtige Österreicherin werde ich trotzdem nie sein, weil ich einfach nicht hier aufgewachsen bin. Irgendwie bin ich schon Bulgarin, weil meine Wurzeln dort sind, aber ich bin vollkommen entfremdet.&#8220; Mit einer routinierten Handbewegung bringt sie ihre kurzen, schwarzen Haare in Ordnung, bevor sie ergänzt: „Daheim bin ich aber definitiv in Österreich.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Im Mai feiert Mara Mattuschka ihren 50. Geburtstag. Wie sie sich im Hinblick auf dieses Jubiläum fühlt? „Ich weiß nicht, ob ich tatsächlich feiern werde. Ich komme mir nicht vor wie 50, sondern eher, sagen wir es so, zeitlos. Wie das ewige Kind. Aber wenn ich mit 20 gesehen hätte, wie ich jetzt bin, hätte ich mir gedacht: »Boah, nicht schlecht.« Mit diesem Resultat wäre ich damals wohl ganz zufrieden gewesen.&#8220;</p>
<p><strong> © Verena Randolf</strong></p>
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		<title>Fritz Ostermayer, Gründer des ORF Jugendsenders FM4, Musiker, Schriftsteller, Journalist, und DJ, inszeniert sein erstes Theaterstück. Mit prominenter Besetzung.</title>
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		<pubDate>Sat, 16 May 2009 14:40:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[3. Fritz Ostermayer]]></category>
		<category><![CDATA[Veröffentlicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Grenzgänger mit Spielbeinchen macht „Tortenstück&#8220; Fritz Ostermayer ist einer, „der alles macht und nichts kann.&#8220; Er ist ein „selbsternannter Dilettant&#8220;, ein „Freund des Scheiterns auf hohem Niveau&#8220; und zudem ein „zutiefst ehrgeizloser Mensch&#8220;. Ein „doppelter Schizo, himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt&#8220;.  Ein „lebensgieriger, exzessiver, romantisch-anarchistischer Grenzgänger&#8220;, dem nur weniges so zuwider ist wie Parteipolitik [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=330&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p><strong>Grenzgänger mit Spielbeinchen macht „Tortenstück&#8220;</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Fritz Ostermayer ist einer, „der alles macht und nichts kann.&#8220; Er ist ein „selbsternannter Dilettant&#8220;, ein „Freund des Scheiterns<strong> </strong>auf hohem Niveau&#8220; und zudem ein „zutiefst ehrgeizloser Mensch&#8220;. Ein „doppelter Schizo, himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt&#8220;.  Ein „lebensgieriger, exzessiver, romantisch-anarchistischer Grenzgänger&#8220;, dem nur weniges so zuwider ist wie Parteipolitik und Christentum. Einer mit „vielen Spielbeinchen und keinem Standbein.&#8220;</p>
<p>So sieht Fritz Ostermayer Fritz Ostermayer.<span id="more-330"></span></p>
<p>Jetzt dilettiert der gebürtige Burgenländer erstmals als Produzent einer Tanzperformance. Im Auftrag des Donaufestivals Krems, das von 22.4. bis 2.5. unter dem Motto „Fake Reality&#8220; stattfindet, hat Ostermayer ein Tanz-, Sing- und Rührstück mit dem Titel „Das Tortenstück&#8220; geschrieben.</p>
<p>Seine Belegschaft: Dilettanten. („Das Wort „Dilettant lässt sich ja von „Liebender&#8220; ableiten, d.h. man macht etwas, weil man es liebt, nicht weil man es gelernt hat&#8220;, so Ostermayer.)</p>
<p>Bis auf zwei professionelle Tänzerinnen besteht die gesamte Crew aus Laien. Allerdings durchaus prominenten Laien.</p>
<p>Die Besetzung liest sich in Auszügen etwa so: Christoph Grissemann, Kabarettist; Anja Plaschg, Soap&amp;Skin Sängerin; Peter Hörmanseder, Mitglied des Mediensatiriker-Trios maschek; Melita Jurisic, Schauspielerin; Oliver Welter, Naked-Lunch Frontmann, etc.</p>
<p>Die Proben für „Das Tortenstück&#8220;, das am 22.04. im Kremser Stadtsaal seine Uraufführung feiert, laufen seit ca. vier Wochen auf Hochtouren. Einfach sind diese Zusammentreffen aber nicht: „Einige der Prominenten sind ziemlich tollpatschig. Christoph Grissemann, zum Beispiel, ist ganz schön ungeschickt&#8220;, lacht Ostermayer. „Aber das ist gut so, die Mischung von Profis und Amateuren macht das Projekt ja spannend.&#8220;</p>
<p>Gegensätze faszinieren den 52-Jährigen in all seinen Tätigkeitsbereichen: Mit seiner Band „Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune&#8220; kombiniert er extreme „Häuslsprache&#8220; mit sehr zärtlichen Elementen. In seinem Lebenswerk, dem Roman, den er seit drei Jahren schreibt, prallen tragisches und lächerliches aufeinander und auch bei seinem Debüt als Tanzperformance-Produzent will er dem Publikum „kalt-warm&#8220; geben.</p>
<p>Das mit 30.000 Euro budgetierte Auftragswerk „Tortenstück&#8220; entstand in circa zwei Monaten. „Obwohl: So genau kann man das gar nicht sagen&#8220;, schränkt der  bekennende Velvet-Underground-Fan Ostermayer ein. „Ich sitze im Wirtshaus &#8211; meistens im „Rebhuhn&#8220; &#8211; dann fällt mir etwas ein und ich schreibe, schreibe, schreibe. Aber das mache ich jetzt nicht tagtäglich.&#8220;</p>
<p>Jeden Tag derselben Arbeit nachzugehen ist nichts für den geschiedenen Allround-Künstler: „Meine Mutter wollte, dass ich nach der Matura sofort zur Post gehe und Beamter werde. Ich wusste aber schon früh, dass das nichts für mich ist. Ich wollte eigentlich immer Musiker werden.&#8220;</p>
<p>Eigentlich. Wirklich viel, so der zweifache Vater,  musste er für seinen Erfolg bisher nicht tun. Er ist auf die Sonnenseite des Lebens gefallen: „Das hat bis jetzt hing´haut, ja. Hat vielleicht auch etwas mit meiner Ehrgeizlosigkeit zu tun.&#8220; Als „Siegertyp&#8220; sieht sich Ostermayer dennoch nicht. „Ich hasse Sieger. Diese „Der-Beste-Überlebt-Kultur&#8220;, in der wir leben, ist mir zutiefst zuwider.&#8220; Seine Anleitung für ein Leben zwischen Sieg und Scheitern hat er gefunden. Nun darf man gespannt sein, welchem Rezept sein „Tortenstück&#8220; folgt.</p>
<p><strong>© Verena Randolf</strong></p>
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		<title>Interne Turbulenzen, verrückte Lacher, beleidigte Politiker: maschek.redet.drüber.  Im Interview mit der WZ.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 May 2009 16:10:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[4. Maschek]]></category>
		<category><![CDATA[Veröffentlicht]]></category>

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		<description><![CDATA[10 Jahre lang ganz schön frech Ende der 90er: Drei Studenten sitzen in einem verrauchten WG-Zimmer. Zwei Österreicher und ein Deutscher. Bierdosen stapeln sich, Aschenbecher quellen über, im Hintergrund läuft, bei abgestelltem Ton, die Wiederholung einer Parlamentssitzung auf ORF2. Plötzlich hat einer eine Idee. So oder so ähnlich kann man sie sich vorstellen &#8211; die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=323&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>
<a href='http://souverena.wordpress.com/2009/05/08/interne-turbulenzen-verruckte-lacher-beleidigte-politiker-maschekredetdruber-im-interview-mit-der-wz/maschek2/' title='maschek, Quelle: maschek.org'><img data-attachment-id='326' data-orig-size='831,1134' data-liked='0'width="109" height="150" src="http://souverena.files.wordpress.com/2009/04/maschek2.jpg?w=109&#038;h=150" class="attachment-thumbnail" alt="maschek, Quelle: maschek.org" title="maschek, Quelle: maschek.org" /></a>
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</p>
<p></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>10 Jahre lang ganz schön frech</strong></p>
<p>Ende der 90er: Drei Studenten sitzen in einem verrauchten WG-Zimmer. Zwei Österreicher und ein Deutscher. Bierdosen stapeln sich, Aschenbecher quellen über, im Hintergrund läuft, bei abgestelltem Ton, die Wiederholung einer Parlamentssitzung auf ORF2. Plötzlich hat einer eine Idee.<span id="more-323"></span></p>
<p>So oder so ähnlich kann man sie sich vorstellen &#8211; die Geburtsstunde des Satiriker-Trios maschek.</p>
<p>10 Jahre nach der feuchtfröhlichen Zusammenkunft sitzen die drei Enddreißiger in einer Ledercouch auf der Bühne des Rabenhoftheaters.</p>
<p>Die Zuschauer verfolgen gebannt eine TV-Übertragung der Regierungsangelobung auf der Leinwand im Hintergrund und viele haben Tränen in den Augen.</p>
<p>Das Lachen kann sich kaum jemand verkneifen, wenn Robert Stachel, Ulrich Salamun und Peter Hörmanseder alias maschek den Politikern ihre Stimmen leihen und Minister, Kanzler und Bundespräsidenten sagen lassen, was die sich vielleicht wirklich denken: „Wenn man sich die Formalakte anschaut, die ja zum Teil wirklich lächerlich sind, ist es den Politikern durchaus zuzutrauen, dass ihnen so etwas ähnliches durch den Kopf geht&#8220;, meint Salamun, der Deutsche im Dreiergespann.</p>
<p>Nach der Interpretation der mascheks klingt die innere Stimme Werner Faymanns wie die eines emsigen Volksschülers, der anstatt staatsmännisch zu denken, eher Luftschlösser wie „viel Geld für alle Leute&#8220; oder „Alle sollen´s schön haben&#8220; gedanklich ausmalt. Doch nicht nur die Größen der heimischen Politik kommen bei maschek.redet.drüber, dem Best-of-Programm der letzten 10 Jahre, zum Zug. Auch internationale Polit-Stars wie US-Präsident Obama, Vladimir Putin oder Fidel Castro werden durch den Kakao gezogen.</p>
<p>„Grundsätzlich würde unser Programm auch in jedem anderen Land funktionieren&#8220;, so Peter Hörmanseder, „in Österreich ist aber noch zusätzlich von Vorteil, dass ein paar extreme Knallchargen unterwegs sind.&#8220;</p>
<p>Und diese Knallchargen reagieren nie pikiert? „In Kärnten haben wir einmal einen BZÖ-Politiker aus dem Saal gespielt&#8220;, meint Robert Stachel und trinkt amüsiert einen Schluck Bier, „aber in Kärnten macht man etwas falsch, wenn es den BZÖlern gefällt.&#8220;</p>
<p>Mit gerichtlichen Schritten ist den Dreien bislang noch nie gedroht worden. „Die Leute müssen das aushalten und wir bewegen uns ja im Bereich der Satire. Bei uns ist nichts wirklich klagbar&#8220;, so Hörmanseder.</p>
<p>Wenn maschek auftritt, ist alles live und im Gegensatz zu Kabarettisten dürfen sich die Drei keine Fehler erlauben: Die Videoclips im Hintergrund laufen ohne Rücksicht auf Pannen und Patzer weiter. „Circa ein Mal pro Abend hat jeder von uns einen Hänger, dann kann es schon passieren, dass es schwierig wird die Konzentration nicht zu verlieren&#8220;, verrät der Welser  Peter Hörmanseder. Und auch das Publikum kann seinen Teil dazu beitragen die Kombo aus dem Konzept zu bringen: „Es gibt wirklich sehr verrückte Lacher, die so ansteckend sind, dass man dann panisch versucht selbst das Lachen zu unterdrücken.&#8220;</p>
<p>Momentan touren maschek mit ihrem Best-of-Programm durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sie verbringen also viel Zeit miteinander. „O ja, wir gehen uns auf die Nerven&#8220;, gibt Salamun zu, „da gibt es dann lagerkollerähnliche Zustände und wir sind froh, uns ein paar Tage nicht zu sehen. Trotzdem verbindet uns eine gute Freundschaft&#8220;, die die Drei, wenn alles nach Plan läuft, auch zwanzig Jahre nach dem imaginären, studentischen Gelage noch auf die Bühne führen soll.</p>
<p><strong>© Verena Randolf</strong></p>
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		<title>„So guat bin i net&#8220;</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 21:30:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. Josef Hader]]></category>
		<category><![CDATA[Veröffentlicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Josef Hader, ehemaliger Lehramtstudent und Klosterschüler, über seine Ansichten zum Lehrer-Streit, sein Problem mit der katholischen Kirche und warum ihm &#8222;Gutmensch-Überschriften&#8220; unangenehm sind. Im klassischen Kabarettisten-Outfit betritt Josef Hader die Bühne: Schwarze Hose, schwarzes Jackett und ehemals schwarzes Hemd. In seinen Händen hält er einen großen Bücherstapel: „Keine Sorge&#8220;, bemerkt er in Richtung Publikum, „das [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=230&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p style="text-align:justify;"><strong><strong>Josef Hader, ehemaliger Lehramtstudent und Klosterschüler, über seine Ansichten zum Lehrer-Streit, sein Problem mit der katholischen Kirche und warum ihm &#8222;Gutmensch-Überschriften&#8220; unangenehm sind.<em><span id="more-230"></span></em></strong></strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong><strong> </strong></strong></p>
<p style="text-align:justify;">Im klassischen Kabarettisten-Outfit betritt Josef Hader die Bühne: Schwarze Hose, schwarzes Jackett und ehemals schwarzes Hemd. In seinen Händen hält er einen großen Bücherstapel: „Keine Sorge&#8220;, bemerkt er in Richtung Publikum, „das schaut mehr aus, als es ist&#8220;.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Rahmen einer Benefizveranstaltung, die der oberösterreichische Kabarettist in seinen dicht gedrängten Terminplan untergebracht hat, liest Hader an diesem Abend Texte jüdischer Autoren der Zwischenkriegszeit. Trotz seines karitativen Engagements mag er den Medienrummel, der derzeit um ihn veranstaltet wird, nicht besonders. Vor allem „Gutmensch-Schlagzeilen&#8220;, wie er sie nennt, sind ihm unangenehm: „Das lässt mich nach einem viel besseren Menschen aussehen, als ich eigentlich bin&#8220;, versichert er augenzwinkernd und lacht: „So guat bin i net.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Im Vergleich zu anderen Künstlern, so Hader, sei sein Engagement nicht der Rede wert. Aus diesem Grund erfährt man auch nichts Näheres über die konkrete Summe, die er dem Theater am Alsergrund zu dessen Rettung zur Verfügung stellt. „Wenn ich das jetzt sage, mache ich mich nur noch wichtiger. Außerdem weiß ich es selbst nicht genau. Es gibt die Zusage von mir, dass ich das Defizit abdecke. Wie viel das ist, erfahre ich erst Ende des Jahres.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Der 47-Jährige sitzt entspannt zurückgelehnt in der geblümten Couch im Backstage-Bereich des Stadttheaters Walfischgasse. Er ist gut gelaunt. Obwohl er derzeit von einem Termin zum nächsten hetzt: „Momentan hab´ ich es ein bisschen dick. Und ich mache leider immer alles im letzten Augenblick. Es ist mir nicht anders beizubringen.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">An seinen letzten freien Tag kann sich der zweifache Vater, nicht mehr wirklich erinnern. Kinopremieren, Tournee, Preisverleihungen &#8211; für Familie und Erholung bleibt momentan nur wenig Zeit.</p>
<p style="text-align:justify;">Josef Hader nimmt seinen Erfolg gelassen. Er trinkt einen Schluck Wasser, drückt sich in die bunt gemusterten Couchpolster und gibt sich unbefangen.</p>
<p style="text-align:justify;">„Mich kennt ja jetzt nicht Jeder, ich bin so halb prominent und so soll das auch bleiben. Die Leute fragen mich oft, ob ich vor irgendwelchen Kameras Vanille-Kipferln testen will oder Skateboards, aber so was mache ich nicht.&#8220; Die eigentliche Arbeit &#8211; „wegen der ich ja interessant bin&#8220; &#8211; soll im Vordergrund stehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Alter von zehn Jahren war Hader Ministrant, Mesner, Chorsänger und Schüler des Stiftsgymnasiums Melk. Sein Lausbubengrinsen ist ihm geblieben. Seine positive Haltung zur katholischen Kirche auch?</p>
<p style="text-align:justify;">„Ich habe die Kirche in den 70er Jahren als sehr offenen Verein erlebt. Seit damals entwickelt sie sich aber in eine immer fundamentalere Richtung. Mir kommt es vor, als wolle man auf den Stand der 50er zurückzukehren. Momentan habe ich starke Zweifel, ob die aktuellen Überlegungen der Kirche zu meinen Einstellungen passen.&#8220;  Einen Papst kann er noch abwarten: „Wenn sich dann nichts ändert&#8220;, würde der 47-Jährige der Kirche den Rücken kehren.</p>
<p style="text-align:justify;">Beinahe ebenso zwiegespalten wie Haders Standpunkt zur katholischen Kirche, ist sein Zugang zur aktuellen bildungspolitischen Diskussion.</p>
<p style="text-align:justify;">Vor 17 Jahren hat der gebürtige Oberösterreicher Deutsch und Geschichte auf Lehramt studiert, dennoch ist der Fast-Berufsanwärter im Lehrer-Streit geteilter Meinung:  „Es hat in diesem Bereich viele Jahre den totalen Stillstand gegeben. Dass jetzt endlich etwas in Gang gesetzt wird, finde ich gut. Auch wenn es die Bildungsministerin nicht allen recht machen wird, gefällt mir der Reformansatz.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Kein Verständnis für Einwände von Seiten der Pädagogen? „Ich habe kein Verständnis für diejenigen, die sagen: »Es darf sich nichts verändern«. Aber Lehrer werden oft als Sündenböcke missbraucht. Ich bin total auf ihrer Seite, wenn es darum geht für den Mehraufwand, der eventuell auf sie zukommt, finanziell entschädigt zu werden.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Seine Entscheidung für das Kabarett und gegen die Schule hat Hader trotz des momentan stressigen Termindrucks nicht bereut. Ferien von Juni bis September gönnt sich der Kabarettist dieses Jahr auch so.</p>
<p><strong> © Verena Randolf</strong></p>
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		<title>500 Filme und zwei eckige Augen für die österreichische Identität</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 20:25:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena Randolf</dc:creator>
				<category><![CDATA[6. Barbara Pichler]]></category>
		<category><![CDATA[Veröffentlicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast 300 Stunden verbrachte die neue Leiterin der Diagonale in Vorbereitung auf das wichtigste Filmfestival Österreichs vor der Kinoleinwand. Hier spricht Barbara Pichler über ihr Bedürfnis nach einer Filmpause, das Schlimmste, was bei ihrem Debüt passieren könnte und die Schwierigkeit sich als Frau durchzusetzen. „Ob ich alles richtig gemacht habe?&#8220; Barbara Pichler lacht bevor sie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=souverena.wordpress.com&amp;blog=7162066&amp;post=173&amp;subd=souverena&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong>
<a href='http://souverena.wordpress.com/2009/03/30/500-filme-und-zwei-eckige-augen-fur-die-osterreichische-identitat/308pichler060309/' title='Diagonale Intendantin Barbara Pichler, Quelle: APA'><img data-attachment-id='197' data-orig-size='308,183' data-liked='0'width="150" height="89" src="http://souverena.files.wordpress.com/2009/03/308pichler060309.jpg?w=150&#038;h=89" class="attachment-thumbnail" alt="Diagonale Intendantin Barbara Pichler, Quelle: APA" title="Diagonale Intendantin Barbara Pichler, Quelle: APA" /></a>
<a href='http://souverena.wordpress.com/2009/03/30/500-filme-und-zwei-eckige-augen-fur-die-osterreichische-identitat/308pichler0603091/' title='Diagonale Intendantin Barbara Pichler'><img data-attachment-id='198' data-orig-size='308,183' data-liked='0'width="150" height="89" src="http://souverena.files.wordpress.com/2009/03/308pichler0603091.jpg?w=150&#038;h=89" class="attachment-thumbnail" alt="Diagonale Intendantin Barbara Pichler" title="Diagonale Intendantin Barbara Pichler" /></a>
<a href='http://souverena.wordpress.com/2009/03/30/500-filme-und-zwei-eckige-augen-fur-die-osterreichische-identitat/308pichler0603092/' title='308pichler0603092'><img data-attachment-id='200' data-orig-size='308,183' data-liked='0'width="150" height="89" src="http://souverena.files.wordpress.com/2009/03/308pichler0603092.jpg?w=150&#038;h=89" class="attachment-thumbnail" alt="308pichler0603092" title="308pichler0603092" /></a>
</p>
<p></strong></em></p>
<p><em><strong></strong></em></p>
<p><em><strong></strong></em></p>
<p><em><strong></strong></em></p>
<p><em><strong>Fast 300 Stunden verbrachte die neue Leiterin der Diagonale in Vorbereitung auf das wichtigste Filmfestival Österreichs vor der Kinoleinwand. Hier spricht Barbara Pichler über ihr Bedürfnis nach einer Filmpause, das Schlimmste, was bei ihrem Debüt passieren könnte und die Schwierigkeit sich als Frau durchzusetzen.</strong><span id="more-173"></span></em></p>
<p style="text-align:justify;"><em> </em></p>
<p style="text-align:justify;">„Ob ich alles richtig gemacht habe?&#8220; Barbara Pichler lacht bevor sie antwortet: „Sagen wir es so, ich habe viele Dinge gemacht, die ich spannend und interessant fand und die ich nicht bereue. So gesehen habe ich wohl einiges richtig gemacht, ja.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Die designierte Diagonale-Intendantin geht mit ihrem Erfolg entspannt um.</p>
<p style="text-align:justify;">Dass sie momentan eine der wichtigsten Positionen der österreichischen Filmbranche innehat, ist Pichler dennoch bewusst.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Aufnahme eines Filmes in das Diagonale-Programm ist für viele heimische Regisseure der erste Schritt in Richtung Erfolg und „wenn man es sehr polemisch zuspitzen wollte, könnte man sagen, ich suche die Filme aus, die auf der Diagonale gezeigt werden&#8220;, so Pichler. „Ich bin im Prinzip Letztverantwortliche für die inhaltlichen Entscheidungen.&#8220; Im Prinzip. Natürlich arbeitet die Wahl-Wienerin im Team: „Sich auf 500 Einreichungen alleine zu stürzen, ohne jegliche Kommunikation und Auseinandersetzung über die Filme ist unmöglich. Unser Team ist aber relativ klein.&#8220; Genau genommen gibt es für die drei auf der Diagonale gezeigten Sparten Spielfilm, Dokumentarfilm und Experimentalfilm nur jeweils eine zuständige Person. Und die einzige, die tatsächlich alle eingereichten Filme angesehen hat, bleibt die Intendantin selbst.</p>
<p style="text-align:justify;">Das bedeutet: Knapp 300 vor dem Bildschirm verbrachte Stunden, wenn man von einem achtstündigen Arbeitstag und einer 5-Tage-Woche ausgeht.</p>
<p style="text-align:justify;">„Ohne jetzt jammern zu wollen, die Arbeit ist natürlich extrem intensiv und sehr, sehr anstrengend. Nach diesen sechs Wochen, wo man nichts anderes tut, als Filme zu schauen gibt es schon den Punkt, wo man sagt: So und jetzt mal kurz Pause!&#8220; Für einen Moment macht sich der Anflug  eines Kärntner Dialektes bemerkbar, als sie den Satz schmunzelnd ergänzt: „Aber mir macht das ja Spaß. Eigentlich ist das für mich auch im Privaten oft Erholung.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Die Auswahlprozedur für das einzige nationale Filmfestival Österreichs in diesem Umfang ist aufwendig. Oft muss ein Film mehrmals angeschaut werden, „wenn man sich nicht sicher ist&#8220; und dann, so die Intendantin „gibt es wieder Filme, die springen einen an, die will man unbedingt haben.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Ein Erfolgsrezept, wie so ein Werk, auszusehen hat, damit es genug Eigendynamik hat, um sie „anzuspringen&#8220;, gibt es nicht: „Ein Regisseur hat meine Aufmerksamkeit automatisch, sobald er einen Film bei der Diagonale abgibt.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann wird selektiert. Von ca. 500 Einreichungen schafften es dieses Jahr 100 ins Programm. „Filme abzulehnen, macht natürlich keinen Spaß, weil man weiß, dass viel Zeit, Geld und Energie in die Arbeiten gesteckt wurde, egal wie überzeugend sie im Endeffekt sind.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Das Ziel, das die Diagonale als Festival des österreichischen Films erreichen will, ist es, die Bandbreite der heimischen Filmlandschaft darzustellen. Warum das wichtig ist?</p>
<p style="text-align:justify;">„Ich bin überzeugt davon, dass Filme und andere Kunstproduktionen etwas zum Verständnis der Welt und der eigenen Identität beitragen&#8220;, meint Pichler. Ihr Programm kann also in gewissem Sinne helfen „Österreich-Bewusstsein&#8220; zu definieren und zu stärken.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein objektiver Überblick über die konsumierbarsten und bedeutsamsten Werke des inländischen Kinos soll ihre Auswahl aber nicht sein, betont die Festivalleiterin.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein „Best Of&#8220; in gewissem Sinn ist das Programm trotzdem, „weil ich nur Filme ausgewählt habe, von denen ich überzeugt bin und von denen ich glaube, dass es Sinn macht, sie zur Diskussion zu stellen.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Der Diskurs, der traditionell rund um die in Graz stattfindende Veranstaltung, geführt wird, ist der gebürtigen Tirolerin ein besonderes Anliegen. Das Beste, sagt sie, das ihr im Hinblick auf ihre erste Diagonale passieren kann, ist ein ordentlich stattfindender, konstruktiver Dialog zum Programm. Das Schlimmste hingegen „Wurschtigkeit&#8220; von Seiten des Publikums.</p>
<p style="text-align:justify;">Nachdenklich spielt die 40-Jährige mit ihren unauffälligen, blauen Ohrringen. „Wenn die Leute sagen würden: »Die Auswahl interessiert uns nicht« und dadurch keine Gespräche über das Programm entstehen würden, das fände ich am schlimmsten. Schlimmer als Kritik.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">An Kritik ist Pichler gewohnt. Bereits im Vorfeld musste sie sich immer wieder Vorwürfe gefallen lassen. Wiederholt wurde ihre Entscheidung bemängelt, den deutschen Regisseur Stefan Krohmer als Spezialgast auf das einzige Festival Österreichs einzuladen, bei dem &#8211; laut Kritikern &#8211; ausschließlich inländische Produktionen zu sehen sein sollten.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch das Tribut, das der Allround-Künstlerin Mara Mattuschka im Rahmen der Personale entgegengebracht wird, sorgte für Widerstand aus Kritikerreihen. Warum sollte einer Künstlerin, die sich nicht vorrangig mit Filmen beschäftigt, ein so wichtiger Aspekt des Festivals zuerkannt werden?</p>
<p style="text-align:justify;">„Ich wollte die Personale einer Frau widmen, weil Frauen oft zu kurz kommen in dieser Branche. Und Mattuschka ist eine konstante Figur in der österreichischen Film- und Kunstszene, der nie eine Huldigung zuteil wurde.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Die nach wie vor existierende Geschlechterdifferenzierung, davon ist Pichler überzeugt, macht auch vor der Kulturbranche nicht halt. „Es gibt immer noch sehr viel weniger weibliche Regisseurinnen und Produzentinnen, die große Filme machen.&#8220; Auch ihr Werdegang hätte anders ausgesehen, wäre sie als Mann zur Welt gekommen:</p>
<p style="text-align:justify;">„Ich hätte es leichter gehabt. Ich glaube einfach, dass Frauen immer noch ein bisschen mehr arbeiten müssen als Männer, um an den gleichen Punkt zu kommen.&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">In knapp zwei Wochen gibt die neue Leiterin des Festivals ihr Debüt. Nervosität und Aufregung steigen, je näher die Eröffnung der Diagonale am 17. März kommt. „Aber es ist gleichzeitig auch eine Anspannung, ob alles gut geht, ob das Programm ankommt und natürlich auch Vorfreude, weil man endlich präsentieren kann, woran man im vergangenen Jahr gearbeitet hat. &#8222;</p>
<p style="text-align:justify;">Dass Pichler, die momentan in Wien wohnt, aber in Tirol zur Welt gekommen und in Kärnten aufgewachsen ist, im letzten Jahr aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit nur wenig Freizeit hatte, ist ihr nicht anzusehen. Gut gelaunt stellt sie fest, dass berufliche Herausforderungen in einem gewissen Alter durchaus ihre Vorteile haben: „Ich bin inzwischen schon fast ein Jahr 40 und habe so viel zu tun gehabt, dass ich keine Zeit hatte darüber nachzudenken! Die Dinge, mit denen ich beschäftigt war, waren so viel interessanter, als mir zu überlegen, ob mein 40er ein Problem ist.&#8220;</p>
<p><strong> © Verena Randolf</strong></p>
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